Was sich 2027 ändert
Bis 31. Dezember 2026 ist die Privatnutzung eines arbeitgebereigenen Elektroautos steuerfrei, der Sachbezug beträgt null. Mit der Änderung der Sachbezugswerteverordnung, BGBl. II Nr. 272/2026 vom 11. September 2026 ist das vorbei. Für Kraftfahrzeuge mit 0 g CO2 je Kilometer gilt:
| Zeitraum | Sachbezug je Monat | Höchstbetrag |
|---|---|---|
| bis 31.12.2026 | 0 | 0 |
| Kalenderjahr 2027 | 0,375 % der Anschaffungskosten | 180 € |
| ab 2028 | 0,625 % der Anschaffungskosten | 300 € |
Anzuwenden ist das erstmals für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2026 enden, also ab dem Gehalt für Jänner 2027. Laut den Erläuterungen des Finanzministeriums soll der Wert 2030 auf seine Wirkung auf die Elektromobilität geprüft werden, bis dahin sind keine weiteren Anpassungen geplant.
Einen Bestandsschutz gibt es nicht. Laut WKO zählt allein, ob Sie das Auto ab Jänner 2027 privat nutzen dürfen. Auch ein 2024 geleaster Elektro-Dienstwagen fällt darunter. Ist die Privatnutzung nachweislich ausgeschlossen, entsteht kein Sachbezug.
So rechnen Sie den Sachbezug aus
Grundlage sind die tatsächlichen Anschaffungskosten einschließlich Umsatzsteuer und NoVA, bei Elektroautos also der Bruttopreis. Nach den allgemeinen Regeln für den Kfz-Sachbezug zählt Sonderausstattung mit, Rabatte werden abgezogen. Bei geleasten Autos zählt der Preis, der der Leasingrate zugrunde liegt, bei Gebrauchtwagen der Listenpreis bei der Erstzulassung.
Drei Beispiele mit Listenpreisen ohne Extras:
| Modell | Listenpreis | 2027 | ab 2028 |
|---|---|---|---|
| Kia EV3 Air 58,3 kWh | 37.490 € | 140,59 € | 234,31 € |
| Škoda Elroq Selection 85 | 46.620 € | 174,83 € | 291,38 € |
| BMW iX3 40 | 63.399,60 € | 180,00 € | 300,00 € |
Ab 48.000 Euro greift der Höchstbetrag. Ein BMW iX3 um 63.400 Euro kostet damit genau so viel Sachbezug wie ein Auto um 48.000 Euro. Unter dieser Grenze zahlt sich jeder gesparte Tausender aus: 1.000 Euro weniger Anschaffungskosten senken den Sachbezug 2027 um 3,75 Euro und ab 2028 um 6,25 Euro im Monat.
Was der Sachbezug netto kostet
Der Sachbezug ist kein Betrag, den Sie bezahlen, sondern ein Wert, der Ihrem Gehalt zugerechnet wird. Er erhöht die Grundlage für Lohnsteuer und Sozialversicherung, beim Arbeitgeber auch für Dienstgeberbeitrag, Zuschlag und Kommunalsteuer.
Was Sie tatsächlich weniger bekommen, hängt vom Grenzsteuersatz ab. Bei 40 Prozent kostet der Höchstbetrag 2027 rund 72 Euro Lohnsteuer im Monat, ab 2028 rund 120 Euro. Liegt Ihr Gehalt unter der Höchstbeitragsgrundlage, kommen Sozialversicherungsbeiträge dazu.
- Verbrenner über 126 g CO2, 2 Prozent800 €
- Verbrenner bis 126 g CO2, 1,5 Prozent600 €
- Elektroauto ab 2028, 0,625 Prozent250 €
- Elektroauto 2027, 0,375 Prozent150 €
Im Vergleich zum Verbrenner bleibt das Elektroauto deutlich günstiger. Für einen Benziner oder Diesel gelten 1,5 Prozent der Anschaffungskosten, höchstens 720 Euro, wenn er im Anschaffungsjahr ab 2025 höchstens 126 g CO2 ausstößt, sonst 2 Prozent, höchstens 960 Euro. Ein Verbrenner um 40.000 Euro kostet damit 600 oder 800 Euro Sachbezug im Monat, ein Elektroauto zum selben Preis 150 Euro im Jahr 2027 und 250 Euro ab 2028.
Halber Sachbezug bei wenig Privatfahrten
Fahren Sie im Jahresschnitt nachweislich höchstens 500 km im Monat privat, einschließlich der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, ist nur der halbe Sachbezug anzusetzen. Das sind höchstens 90 Euro 2027 und 150 Euro ab 2028. Den Nachweis führen Sie mit einem Fahrtenbuch.
Den sogenannten Mini-Sachbezug, bei dem nur die privat gefahrenen Kilometer abgerechnet werden, gibt es für Elektroautos laut WKO nicht.
Kostenbeitrag, Gehaltsumwandlung und Pool
Zahlen Sie dem Arbeitgeber einen Kostenbeitrag, etwa einen Zuschuss zur Anschaffung oder eine monatliche Pauschale, mindert das nach den allgemeinen Regeln den Sachbezug.
Gehaltsumwandlungen bleiben möglich. Wird ein Teil eines überkollektivvertraglichen Gehalts gegen das Elektroauto getauscht, gilt laut Verordnung ebenfalls der reduzierte Sachbezug, und die Umwandlung zählt nicht als Bezugsverwendung. Bestehende Modelle sollten Sie neu durchrechnen, der Vorteil wird kleiner.
Teilen sich mehrere Mitarbeiter einen Pool aus Elektroautos, gilt der Durchschnitt der Anschaffungskosten, ebenfalls höchstens 180 Euro 2027 und 300 Euro ab 2028.
Laden beim Arbeitgeber und zu Hause
Am Laden ändert sich nichts. Laut WKO bleiben die Regeln zum abgabenfreien Laden in Geltung: Wer den Dienstwagen beim Arbeitgeber gratis lädt, hat dafür keinen Sachbezug, und das gilt auch für ein privates Elektroauto, das beim Arbeitgeber geladen wird.
Laden Sie den Dienstwagen zu Hause, kann der Arbeitgeber den Strom steuerfrei ersetzen, wenn die Lademenge nachweislich dem Auto zugeordnet ist. 2026 gilt dafür laut Erlass des Finanzministeriums ein Strompreis von 32,806 Cent je kWh, 2025 waren es 35,889 Cent. Für eine Ladestation zu Hause gilt eine Grenze von 2.000 Euro.
Umsatzsteuer und Geschäftsführer
Für den Arbeitgeber fällt ab 2027 auf den Sachbezug Umsatzsteuer an, wenn er beim Auto Vorsteuer abziehen durfte. Sie wird aus dem Sachbezug herausgerechnet und beträgt laut WKO beim Höchstbetrag 30 Euro im Monat 2027 und 50 Euro ab 2028. Bei Elektroautos über 80.000 Euro, für die kein Vorsteuerabzug möglich ist, fällt sie nicht an.
Für wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer mit mehr als 25 Prozent gilt die neue Regel laut den Erläuterungen des Finanzministeriums sinngemäß. Einzelunternehmer haben keinen Sachbezug, sie scheiden den Privatanteil aus den Gesamtkosten aus.
Lohnt sich der Elektro-Dienstwagen noch?
Ja, aber weniger als bisher. Mit 180 und ab 2028 300 Euro im Monat liegt der Sachbezug auch beim teuersten Elektroauto weit unter dem eines Verbrenners. Für Firmen bleibt der volle Vorsteuerabzug bis 40.000 Euro brutto ein Argument für günstigere Modelle, zwischen 40.000 und 80.000 Euro ist er anteilig begrenzt.
Bei der Wahl des Modells zählen damit zwei Grenzen: Bis 40.000 Euro kann die Firma die Vorsteuer voll abziehen, ab 48.000 Euro steigt der Sachbezug nicht mehr.