Vorsteuer: zwei Grenzen
Für Pkw und Kombis ist der Vorsteuerabzug in Österreich grundsätzlich ausgeschlossen. Elektroautos mit 0 g CO2 je Kilometer sind die Ausnahme. Voraussetzung ist laut WKO, dass Sie das Auto zu mindestens 10 Prozent unternehmerisch nutzen. Wie viel Vorsteuer am Ende bleibt, entscheiden die Anschaffungskosten brutto:
| Anschaffungskosten brutto | Vorsteuerabzug | Was bleibt |
|---|---|---|
| bis 40.000 € | voll | bis 6.667 € |
| über 40.000 bis 80.000 € | voll, Anteil über 40.000 € als Eigenverbrauch zurück | 6.667 € |
| über 80.000 € | keiner | 0 € |
Zwischen 40.000 und 80.000 Euro bleibt also immer derselbe Betrag: ein Sechstel von 40.000 Euro. Ein Auto um 75.000 Euro bringt nicht mehr Vorsteuer als eines um 41.000 Euro.
So rechnen Sie die Vorsteuer aus
Das Beispiel der WKO: Ein Elektroauto kostet 60.000 Euro brutto. Sie ziehen 10.000 Euro Vorsteuer ab. Ein Drittel des Preises liegt über der Luxustangente, das sind 20.000 Euro. Die darin enthaltene Umsatzsteuer von 3.333 Euro führen Sie als Eigenverbrauch an das Finanzamt ab. Es bleiben 6.667 Euro.
Mit den Listenpreisen aus Österreich sieht das so aus:
| Modell | Listenpreis | Vorsteuer, die bleibt | Preis netto für den Betrieb |
|---|---|---|---|
| Škoda Elroq Essence 60 | 37.820 € | 6.303 € | 31.517 € |
| Tesla Model Y Hinterradantrieb | 41.970 € | 6.667 € | 35.303 € |
| Kia EV9 Earth 99,8 kWh | 77.490 € | 6.667 € | 70.823 € |
| Kia EV9 Earth 99,8 kWh AWD | 81.490 € | 0 € | 81.490 € |
| Mercedes EQS 450+ | 111.600 € | 0 € | 111.600 € |
Knapp über 40.000 Euro gibt es keinen Sprung: Der VW ID.3 Neo Style mit 50 kWh kostet 40.090 Euro, auch hier bleiben 6.667 Euro. Teuer wird die Grenze bei 80.000 Euro. Der Kia EV9 mit Allrad kostet laut Liste 4.000 Euro mehr als mit Heckantrieb, für einen vorsteuerabzugsberechtigten Betrieb sind es 10.667 Euro. Knapp unter oder über der Grenze liegen auch Hyundai Ioniq 9, Volvo ES90 und EX60, Polestar 3 und Mercedes CLA 45. Sonderausstattung zählt zu den Anschaffungskosten und kann ein Auto über die Grenze heben.
Luxustangente bei Einkommensteuer und Abschreibung
Die Luxustangente von 40.000 Euro inklusive Umsatzsteuer und NoVA gilt auch für die Einkommensteuer. Liegen die Anschaffungskosten darüber, werden laut WKO Abschreibung, Zinsen, Kasko und andere wertabhängige Kosten im selben Verhältnis gekürzt, auch Leasingraten. Beim Kia EV9 Earth um 77.490 Euro sind das 48 Prozent, beim Elroq um 37.820 Euro nichts. Stromkosten werden nie gekürzt.
Das Bundesfinanzgericht hat laut Forvis Mazars entschieden, dass die 40.000 Euro auch bei Unternehmern mit Vorsteuerabzug als Bruttogrenze gelten. Eine höhere Grenze für Elektroautos sah das Gericht im Gesetz nicht.
Ein Elektroauto gehört zum Betriebsvermögen, wenn Sie es zu mehr als 50 Prozent betrieblich nutzen. Die Mindestnutzungsdauer beträgt acht Jahre. Statt linear können Sie degressiv mit bis zu 30 Prozent abschreiben. Dazu kommt bei Anschaffung bis 31. Dezember 2026 ein Investitionsfreibetrag von 22 Prozent, ab 2027 sind es nach derzeitiger Rechtslage 15 Prozent. Mehr dazu im Ratgeber Förderung für Elektroautos.
Gebrauchte Elektroautos
Bei einem gebrauchten Elektroauto zählt laut WKO der Neupreis bei der Erstzulassung, solange diese höchstens 60 Kalendermonate zurückliegt. Das Beispiel: Ein zwei Jahre altes Auto kostet 30.000 Euro, neu waren es 50.000 Euro. Die Vorsteuer beträgt 5.000 Euro. Weil der Neupreis 20 Prozent über der Luxustangente lag, sind 20 Prozent des Kaufpreises betroffen, darin stecken 1.000 Euro Umsatzsteuer, die als Eigenverbrauch zurückgehen. Ist das Auto älter als fünf Jahre, zählt der tatsächliche Kaufpreis.
Strom und laufende Kosten
Die Grenzen betreffen nur den Kaufpreis. Für Strom, Service und andere laufende Kosten bleibt der volle Vorsteuerabzug erhalten, laut WKO auch bei einem Elektroauto über 80.000 Euro. Wer den Dienstwagen zu Hause lädt, kann sich vom Arbeitgeber 2026 bis 32,806 Cent je kWh steuerfrei ersetzen lassen, Details im Ratgeber Sachbezug für Elektroautos ab 2027.
Kastenwagen und Kleinbusse
Für Kleinlastkraftwagen, Kastenwagen, Pritschenwagen und Kleinbusse gilt das Vorsteuerverbot für Pkw nicht, egal ob mit Elektro- oder Verbrennungsmotor. Welche Modelle das sind, steht in der Liste des Finanzministeriums. Darin stehen etwa Citroën Berlingo Kastenwagen, Peugeot Partner Kastenwagen und Opel Combo als Kastenwagen, Citroën SpaceTourer, Peugeot Traveller und Toyota Proace als Kleinbus und der Toyota Hilux als Pritschenwagen. Ein Kleinbus muss kastenförmig sein und für mindestens sieben Personen samt Lenker zugelassen sein. Die Merkmale müssen ab Werk vorliegen, ein späterer Umbau zählt nicht.
Förderungen und Vorsteuer
Zuschüsse wie die Förderung des Landes Burgenland mindern laut WKO nach Auffassung des Finanzministeriums die Anschaffungskosten für die Berechnung der Vorsteuer nicht. Für die Abschreibung kürzen steuerfreie Förderungen die Anschaffungskosten dagegen in der Regel.