Gibt es 2026 noch eine Förderung für Elektroautos?
Vom Bund gibt es kein Geld mehr für den Kauf. Die Förderübersicht von klimaaktiv nennt 2026 kein Programm für Elektroautos, und die Programme 2025 für Ladeinfrastruktur und E-Zweiräder wurden vorzeitig beendet, weil das Budget ausgeschöpft war. Neue Registrierungen sind nicht mehr möglich, nur bereits registrierte Vorhaben können noch abgerechnet werden.
Unter den Ländern zahlt 2026 nur das Burgenland einen Zuschuss zum Auto. Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg und die Steiermark fördern laut der Übersicht des Elektro Mobilitäts Clubs (Stand 17. August 2026) den Kauf nicht. Geld gibt es dort höchstens für die Wallbox oder die Ladeinfrastruktur im Wohnhaus.
Was bleibt, sind die Steuervorteile: keine NoVA, Vorsteuerabzug und Investitionsfreibetrag für Betriebe, ab 2027 ein niedriger Sachbezug für Dienstwagen.
Burgenland: 10 Prozent, höchstens 2.000 Euro
Die Richtlinie 2026 zur Förderung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb fördert Elektro-Pkw der Klasse M1 mit 10 Prozent des Anschaffungspreises, höchstens 2.000 Euro. Der Preis muss unter 50.000 Euro liegen. Weil 10 Prozent schon ab 20.000 Euro den Höchstbetrag ergeben, bekommt fast jedes förderfähige Modell die vollen 2.000 Euro. Weniger gibt es nur für die drei Stadtautos unter 20.000 Euro: 1.799 Euro für den Dacia Spring Expression, je 1.999 Euro für Renault Twingo und smart #2.
Die wichtigsten Bedingungen:
- Sie sind eine natürliche Person mit Hauptwohnsitz im Burgenland und nutzen das Auto überwiegend privat. Gewerblich genutzte Autos von Einzelunternehmen sind ausgeschlossen.
- Das Auto ist im Burgenland auf Sie zugelassen und bei einem gewerblichen Händler gekauft.
- Als neuwertig gilt ein Auto bis 24 Monate nach der Erstzulassung und mit höchstens 20.000 km.
- Bei Leasing muss die Anzahlung mindestens so hoch sein wie die Förderung.
- Der Antrag geht spätestens sechs Monate nach dem Rechnungsdatum an das Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung 9.
- Pro Person wird ein Auto gefördert, das nächste erst nach zehn Jahren.
Eine Einkommensgrenze gibt es nicht. Verlangt werden aber zwei Jahre Hauptwohnsitz in Österreich und Einkünfte, die hier steuerpflichtig sind. Das Budget für 2026 beträgt 1,75 Millionen Euro, daraus werden auch noch offene Fälle aus 2025 bezahlt. Rechnerisch reicht das für höchstens 875 Autos zu je 2.000 Euro, Zweiräder und Wallboxen gehen davon noch ab. Vergeben wird nach dem Eingang der Anträge, die Aktion endet mit dem Verbrauch der Mittel, spätestens am 31. Dezember 2026.
Von den 188 Elektroautos mit österreichischem Preis haben 126 mindestens eine Variante unter 50.000 Euro. Maßgeblich ist der Preis auf der Rechnung: Sonderausstattung kann eine Variante knapp unter der Grenze darüber heben, ein Händlerrabatt kann eine teurere darunter bringen.
Förderung für Wallbox und Ladestation
Für die eigene Wallbox im Einfamilienhaus gibt es 2026 in zwei Ländern Geld, für Gemeinschaftsanlagen im Mehrparteienhaus in drei:
| Land | Wofür | Förderung |
|---|---|---|
| Burgenland | Wallbox, Standsäule oder intelligentes Ladekabel | 30 %, höchstens 300 € |
| Steiermark | dreiphasige, intelligente Wallbox ab 11 kW | 30 %, höchstens 300 € |
| Steiermark | Lastmanagement im Wohnhaus ab 5 Wohnungen oder 11 Stellplätzen | 30 %, höchstens 5.000 € bis 99 Ladepunkte |
| Oberösterreich | Basisinfrastruktur in bestehenden Wohnanlagen ab 4 Wohneinheiten | 50 % netto, höchstens 5.000 € |
| Vorarlberg | Leitungsinfrastruktur in bestehenden Mehrwohnungshäusern | 300 € je Stellplatz, höchstens 50 % und 10.000 € |
In der Steiermark muss auf Sie ein Elektroauto zugelassen sein, das weder unternehmerisch genutzt noch vom Arbeitgeber gestellt wird. Die Wallbox muss ein befugtes Elektrounternehmen anschließen, sie muss mindestens sieben Jahre in Betrieb bleiben und Ökostrom liefern. Eine eigene Photovoltaikanlage ab 1,5 kWp ersetzt den Ökostromvertrag.
Oberösterreich verlangt den Antrag vor der ersten verbindlichen Bestellung, Burgenland und Steiermark erst nach Rechnung und Montage. In Vorarlberg zahlt das Land nur die Leitungen, Schaltschränke und Mauerdurchbrüche, nicht die Wallbox selbst. Das Haus muss mindestens drei Hauptwohnsitze haben und bis Ende 2021 eingereicht worden sein.
Übernimmt der Arbeitgeber die Ladestation für den Dienstwagen zu Hause, bleibt das bis 2.000 Euro steuerfrei.
Steuervorteile beim Kauf und im Betrieb
Keine NoVA. Reine Elektroautos sind laut WKO von der Normverbrauchsabgabe befreit. Bei einem Verbrenner steckt sie je nach CO2-Ausstoß im Listenpreis, beim Elektroauto nicht.
Versicherungssteuer seit April 2025. Die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer ist am 1. April 2025 gefallen. Berechnet wird sie nach § 6 Versicherungssteuergesetz aus Nenndauerleistung und Eigengewicht, die Spitzenleistung zählt nicht:
| Modell | Nenndauerleistung | Eigengewicht | je Monat |
|---|---|---|---|
| VW ID. Polo Trend | 45 kW | 1.501 kg | 13,03 € |
| Renault 5 40 kWh | 78 kW | 1.372 kg | 15,33 € |
| Škoda Elroq 60 | 70 kW | 1.957 kg | 30,46 € |
| Kia EV9 AWD | 100 kW | 2.569 kg | 65,36 € |
Der Kia EV9 mit Heckantrieb zahlt rund 46 Euro, weil seine Nenndauerleistung nur 53 kW beträgt. Den Betrag für jede Variante finden Sie auf den Modellseiten.
Schneller auf der Autobahn. Elektroautos mit grünem Kennzeichen sind auf Autobahnen und Schnellstraßen von den Tempolimits nach dem Immissionsschutzgesetz Luft ausgenommen, wenn Hinweisschilder darauf aufmerksam machen (§ 14 Abs. 2a IG-L). Für Plug-in-Hybride gilt die Ausnahme nicht.
Elektroauto im Unternehmen: Vorsteuer und Investitionsfreibetrag
Für Betriebe ist das Elektroauto steuerlich deutlich günstiger als ein Verbrenner-Pkw, bei dem der Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist. Voraussetzung ist eine unternehmerische Nutzung von mindestens 10 Prozent. Laut WKO gilt:
- bis 40.000 Euro brutto: voller Vorsteuerabzug,
- über 40.000 bis 80.000 Euro: voller Abzug, der Anteil über 40.000 Euro wird über den Eigenverbrauch zurückgezahlt,
- über 80.000 Euro: kein Vorsteuerabzug. Für den Strom bleibt er in jedem Fall erhalten.
Bei 60.000 Euro brutto stecken 10.000 Euro Umsatzsteuer im Preis, übrig bleiben 6.667 Euro Vorsteuer. Die Abschreibung läuft über mindestens acht Jahre. Liegen die Anschaffungskosten über 40.000 Euro, werden Abschreibung und andere wertabhängige Kosten anteilig gekürzt.
Dazu kommt der Investitionsfreibetrag. Emissionsfreie Fahrzeuge gelten als ökologische Investition, für Anschaffungen von November 2025 bis 31. Dezember 2026 beträgt er 22 statt 15 Prozent. Ab 2027 fällt er nach derzeitiger Rechtslage auf 15 Prozent zurück. Das Auto muss neu sein und mindestens vier Jahre im Betrieb bleiben.
Ein Beispiel mit dem Škoda Elroq Essence 60 um 37.820 Euro brutto: Der Betrieb zieht 6.303 Euro Vorsteuer ab, die Anschaffungskosten betragen 31.517 Euro netto. Der Investitionsfreibetrag von 22 Prozent beträgt 6.934 Euro und mindert den Gewinn zusätzlich zur Abschreibung. Bei einem Grenzsteuersatz von 40 Prozent spart das rund 2.770 Euro Einkommensteuer. Wer erst im Jänner 2027 kauft, kommt mit 15 Prozent auf rund 1.890 Euro.
Dienstwagen: Sachbezug ab 2027
Bis Ende 2026 ist die private Nutzung eines Elektro-Dienstwagens steuerfrei. Ab Jänner 2027 gilt ein Sachbezug von 0,375 Prozent der Anschaffungskosten, höchstens 180 Euro im Monat, ab 2028 0,625 Prozent, höchstens 300 Euro. Gratis laden beim Arbeitgeber bleibt steuerfrei. Rechenbeispiele und den Wert für jedes Modell finden Sie im Ratgeber Sachbezug für Elektroautos ab 2027.
Händlerbonus ist keine Förderung
Viele Marken nennen ihre Rabatte Bonus oder Prämie, mit staatlicher Förderung hat das nichts zu tun. BYD bietet für den Atto 2 Comfort einen „E-Mobilitätsbonus Plus“ von 4.000 Euro, mit Leasing-, Eintausch- und Versicherungsbonus sinkt der Preis von 38.990 auf 31.490 Euro. Solche Boni hängen oft an Finanzierung, Leasing oder Versicherung über die Marke und laufen meist nur bis zu einem Stichtag.
Im Burgenland lassen sich Händlerbonus und Landesförderung kombinieren. Der Zuschuss richtet sich nach dem Preis auf der Rechnung: Solange er nach allen Rabatten über 20.000 Euro liegt, bleibt es bei 2.000 Euro.