Was 100 km kosten
Die Rechnung ist einfach: Verbrauch je 100 km mal Strompreis. Der Škoda Elroq 60 braucht laut WLTP 15,1 kWh. Zu Hause bei 32,8 Cent je kWh sind das 4,95 Euro, auf 15.000 km im Jahr rund 740 Euro. Lädt man dieselbe Strecke nur an fremden Schnellladern um 69 Cent, kostet sie rund 1.560 Euro.
| Modell, WLTP-Verbrauch | zu Hause 32,8 ct | Schnelllader 49 ct | fremdes Netz 69 ct |
|---|---|---|---|
| Renault Twingo, 12,2 kWh | 4,00 € | 5,98 € | 8,42 € |
| Škoda Elroq 60, 15,1 kWh | 4,95 € | 7,40 € | 10,42 € |
| Kia EV9, 20,2 kWh | 6,63 € | 9,90 € | 13,94 € |
| Mercedes G 580, 27,9 kWh | 9,15 € | 13,67 € | 19,25 € |
Die Hälfte aller Elektroautos mit österreichischem Preis braucht laut WLTP höchstens 15,8 kWh je 100 km. Der Verbrauch im Alltag liegt meist über dem WLTP-Wert, im Winter und auf der Autobahn deutlich. Für einen ehrlichen Vergleich rechnen Sie lieber mit 20 bis 30 Prozent mehr.
Zu Hause laden
Der Strompreis zu Hause hängt vom Anbieter und vom Netzgebiet ab. Als Richtwert taugen die 32,806 Cent je kWh, bis zu denen ein Arbeitgeber 2026 das Laden zu Hause steuerfrei ersetzen darf. Mit einem günstigen Tarif oder einer eigenen Photovoltaikanlage liegen Sie darunter.
An einer normalen Steckdose lädt ein Elektroauto mit rund 2,3 kW. Für 52 kWh, etwa beim Elroq 60 von 10 auf 100 Prozent, sind das fast 23 Stunden. Eine Wallbox mit 11 kW schafft dieselbe Menge in rund fünf Stunden, wenn das Auto 11 kW Wechselstrom aufnimmt. Das tun die meisten Modelle. Weniger schaffen etwa der Leapmotor T03 mit 6,6 kW, die Hyundai-Modelle von Inster bis Ioniq 9 mit 10,5 kW der Opel Corsa außer dem GSE mit 7,4 kW, dazu ë-C3 Urban Range und smart #2 Pure mit 7,4 kW.
Was eine Wallbox kostet
Eine gute Wallbox mit 11 kW für das Einfamilienhaus kostet laut ÖAMTC rund 400 bis 1.200 Euro. Dazu kommen die Kosten des Elektrikers, die stark von der Leitungslänge, dem Zählerkasten und dem Hausanschluss abhängen. Die geplante Ladeleistung sollten Sie früh mit dem Netzbetreiber abklären.
Eine Förderung für die Wallbox im Einfamilienhaus gibt es 2026 im Burgenland und in der Steiermark, jeweils 30 Prozent, höchstens 300 Euro. In der Steiermark muss es eine intelligente, dreiphasige Wallbox ab 11 kW sein, die mit Ökostrom betrieben wird. Alle Bedingungen und die Programme für Mehrparteienhäuser stehen im Ratgeber Förderung für Elektroautos.
Wallbox im Wohnungseigentum
Seit der WEG-Novelle, in Kraft seit 1. Jänner 2022, ist eine einzelne Ladestation zum Langsamladen leichter durchzusetzen. Laut ÖAMTC gilt für Ladestationen bis 3,7 kW einphasig oder 5,5 kW dreiphasig eine Zustimmungsfiktion:
- Sie verständigen alle Wohnungseigentümer schriftlich, auf Papier oder per E-Mail. Mündlich reicht nicht.
- Die Verständigung beschreibt die geplante Ladestation samt Ladeleistung, nennt die Rechtsfolge des Schweigens und weist auf die Frist hin.
- Widerspricht binnen zwei Monaten niemand schriftlich, gilt die Zustimmung als erteilt.
Für 11 oder 22 kW gilt die Fiktion nicht, dafür brauchen Sie weiterhin die Zustimmung aller Eigentümer, oder Sie lassen sie vom Bezirksgericht ersetzen. Die Kosten tragen Sie selbst. Über Nacht reichen 3,7 kW für rund 30 kWh in acht Stunden, für die meisten Pendler genug.
Unterwegs laden
Öffentlich laden Sie mit Ladekarte, App oder Kreditkarte, die Preise unterscheiden sich stark. Ein Beispiel ist der Tarif #Drive Smart der EVN, Stand Juli 2026, mit 4,95 Euro Grundgebühr im Monat und Preisgarantie bis Ende 2026:
| Ladeleistung | EVN-Ladenetz | Partnernetz |
|---|---|---|
| AC bis 43 kW | 45 ct/kWh | 54 ct/kWh |
| DC bis 149 kW | 47 ct/kWh | 64 ct/kWh |
| HPC ab 150 kW | 49 ct/kWh | 69 ct/kWh |
Dazu kommen Standgebühren, wenn das Auto nach dem Laden angesteckt bleibt: im EVN-Netz 50 Cent je Minute nach 30 Minuten Toleranz. Wer viel unterwegs lädt, spart mit einem Tarif des Betreibers, an dessen Säulen er am häufigsten steht. Den Überblick über Tarife bietet der Ladekompass des ÖAMTC.
Laden und Steuer
Gratis laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei, auch mit dem eigenen Elektroauto. Lädt ein Arbeitnehmer den Dienstwagen zu Hause, darf der Arbeitgeber 2026 bis 32,806 Cent je kWh steuerfrei ersetzen und eine Ladestation bis 2.000 Euro übernehmen. Ab 2027 kostet die private Nutzung des Elektro-Dienstwagens Sachbezug, Details im Ratgeber Sachbezug für Elektroautos ab 2027. Unternehmer ziehen die Vorsteuer für Strom immer voll ab, auch bei teuren Elektroautos, mehr dazu unter Luxustangente und Vorsteuer.